Behandlungsablauf

Hier möchten wir Ihnen gerne erläutern, wie eine Behandlung bei uns abläuft.

Beginn der Behandlung

Zu Beginn einer Behandlung erstellen wir die Planungsunterlagen (Modelle, Röntgenbilder, Fotos).

Bei gesetzlich Versicherten muß durch den Kieferorthopäden zunächst die Einstufung nach den sog. kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) erfolgen, welche dafür entscheidend ist, ob sich die Krankenkasse an den Kosten für die Behandlung beteiligt. Auf der Grundlage der diagnostischen Anfangsunterlagen wird der Behandlungsplan erstellt (enthält Diagnose, Therapieverlauf und Kostenaufstellung). Diesen reichen wir bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein (sofern diese leistungspflichtig ist), bzw. händigen Ihnen diesen aus, sodass Sie ihn bei Ihrer privaten Versicherung einreichen können. Ist der Plan, im Fall der gesetzlichen Krankenkasse genehmigt, kann mit der Behandlung begonnen werden. Wir besprechen vor Behandlungsbeginn mit den Eltern und Patienten noch einmal die Wahl der gewünschten/möglichen Behandlungsgeräte und alle Kostenfragen.

Bei der gesetzlichen Krankenkasse müssen Sie einen Eigenanteil zunächst selbst bezahlen. Wird die Behandlung ordnungsgemäß abgeschlos-sen, erstattet Ihnen die Krankenkasse diesen Betrag am Ende zurück.

Sie erhalten von uns alle drei Monate eine Rechnung über Ihren Eigenanteil. Bitte bewahren Sie diese Rechnungen gut auf, um sie später bei der Krankenkasse einreichen zu können.

LEISTUNGEN, DIE VON DER GESETZLICHEN KRANKENKASSE NICHT BEZAHLT WERDEN
Auch als gesetzlich Versicherter wollen Sie für sich oder Ihr Kind die beste Qualität nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und somit eine moderne Kieferorthopädie in Anspruch nehmen. Laut §12 Abs. 1 des SGB V darf aber eine gesetzliche Krankenkasse nur Leistungen bezahlen, die gerade einmal ausreichend und insbesonders "wirtschaftlich" sind und das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Art und Umfang der Behandlung wird durch viele Richtlinien und Gesetze bestimmt. 

Auch für privat Versicherte gilt, dass die Kosten, für z.B optimierte Diagnostik und Behandlungsplanung (Funktionsanalyse, computergestützte Behandlungssimulation), für zahnfarbene oder unsichtbare Brackets statt der Metallbrackets, für High-Tech-Drähte oder besondere Schutzmaßnahmen zur Kariesvermeidung, abhängig vom abgeschlossenen Tarif, nicht vollständig übernommen werden. Über Möglichkeiten, Zahlungsmodalitäten und anfallende Kosten informieren wir Sie rechtzeitig vor Behandlungsbeginn in individuellen Beratungsgesprächen.

Notwendigkeit

Die Kieferorthopädie beschäftigt sich mit der Verhütung und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen, Bissverschiebungen, Fehlbildungen der Kiefer und des Gesichtsschädels. Zahnstellungs- und Kieferanomalien heilen nicht von alleine aus, viele verschlechtern sich sogar mit der Zeit.

Diese Spätschäden können bei einer Nicht-Behandlung auftreten:
- Sprachstörungen
- Schäden am Kiefergelenk (z.B. „Knacken“ der Gelenke)
- Verspannungen, Kopfschmerzen
- Überlastung von Zähnen
- Zahnfleischentzündung, Parodontitis, Karies
- Zahnlockerung
- Probleme im gesamten Bereich der Wirbelsäule

Durch Zahnfehlstellungen entstehen Schmutznischen, die für die Zahnpflege nicht zugänglich sind. Die Folge ist ein erhöhtes Risiko für Karies und Erkrankungen des Zahnhalteapparates. Passen die Kiefer und die Zahnreihen nicht richtig aufeinander, hat dies eine gestörte Kaufunktion mit allen Auswirkungen auf die Muskulatur und Gelenke des Kopfes, des Halses und des weiteren Halteapparates entlang der Wirbelsäule zur Folge. Eine ungleichmäßige Belastung einzelner Zähne oder Zahngruppen, kann zu deren schmerzhafter Überlastung, sowie zu Zahnlockerungen, zu Verlust von Zahnschmelz, Zahnbetterkrankungen, Zahnkippungen, Kiefergelenkschmerzen, Tinnitus und Migräne führen.

Informationen für Eltern

Wann sollten Sie zum Kieferorthopäden?
Bereits mit fünf Jahren ist eine kieferorthopädische Untersuchung und Beratung sinnvoll, auch wenn keine Überweisung durch den Zahnarzt erfolgt ist. Dann kann man sicher sein, dass nichts übersehen wird bzw. der richtige Zeitpunkt für den Beginn der Behandlung nicht verpasst wird.

Wie ist der Ablauf beim Kieferorthopäden?

Wenn der Behandlungsbedarf festgestellt wurde, werden diagnostische Unterlagen erstellt, das sind Abdrücke von den Zähnen, Fotos und ein röntgenologischer Befund. Anhand dieser Unterlagen erstellen Kieferorthopäden den individuellen Behandlungsplan und entscheiden, mit welchen Zahnspangen behandelt werden muß.

Stabilisierung der geraden Zähne – abnehmbare Geräte/ Retainer

Endlich geschafft: Zähne und Lächeln sind in Bestform! Die "aktive Phase" der kieferorthopädischen Behandlung ist abgeschlossen. Da sich Zähne bewegen und lebenslang "wandern" können, ist es wichtig, das erzielte Behandlungsergebnis zu sichern. Das kann entweder mittels herausnehmbarer oder festsitzender Apparaturen, gegebenenfalls mit einer Kombination aus beidem, erreicht werden. Wir erläutern Ihnen gerne die Details der verschiedenen Lösungen.

Die Weisheitszähne

Die Weisheitszähne sind die letzten Zähne in der Zahnreihe. Da sie sehr spät durchbrechen kommt es häufig zu Problemen.
Die Weisheitszähne wachsen oft schief. Wegen Platzmangel brechen sie meistens nur teilweise durch und führen zu Entzündungen und Zysten.

Wann sollten Weisheitszähne entfernt werden?
- wenn Platzmangel besteht
- wenn sie stark verlagert sind
- wenn sich Entzündungen bilden und sie der Pflege schwer zugänglich sind

Müssen Weisheitszähne bei jeder kieferorthopädischen Therapie entfernt werden?
Nein, nicht unbedingt. Bei manchen Patienten haben die Weisheitszähne ausreichend Platz und stehen in gutem Kontakt zu den Gegenzähnen des anderen Kiefers. Dann kann man sie sehr gut erhalten. Es gibt Untersuchungen die belegen, dass es durch den Wachstumsdruck der durchbrechenden Weisheitszähne zur Verschlechterung der Zahnstellung kommen kann. Möchte man dies sicher verhindern, ist oft eine Entfernung und/oder eine sehr gute Stabilisierung der anderen Zähne erforderlich. Als letzte Zähne der Zahnreihe dienen sie kaum zum Kauen und sind oft anfällig für Karies, da sie schwer sauber gehalten werden können.

Behandlungskosten

Private Krankenversicherungen

Private Krankenversicherungen bezahlen kieferorthopädische Behandlungen in der Regel unabhängig vom Lebensalter, jedoch abhängig vom abgeschlossenen Tarif. Wir beraten und unterstützen Sie gerne ausführlich und kompetent.

Gesetzliche Krankenversicherungen

Gesetzliche Krankenkassen können ggf. im Zuge der Kosteneinsparung im Gesundheitswesen nicht mehr alle Kosten übernehmen. Ihre Krankenkasse übernimmt die Kosten der Behandlung nur, wenn ein hinreichend medizinischer Befund über eine gravierende Fehlstellung der Zähne vorliegt. Dies bedeutet eine Kiefer- oder Zahnfehlstellung, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt. Die kieferorthopädische Basisbehandlung, die von der Krankenkasse bezahlt wird, unterliegt einem strengen Wirtschaftlichkeitsgebot und muß den gesetzlichen Vorgaben entsprechend durchgeführt werden, das heißt „ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßig“ sein.

Seit der Einführung der „kieferorthopädischen Indikationsgruppen“ (KIG) wird die Behandlung mancher Fehlbisse, abhängig von der Diagnose und der Einstufung nach den KIG-Vorgaben, gar nicht mehr von den Kassen übernommen. Dies betrifft besonders die Behandlung bei kleinen Kindern (Frühbehandlung). Diese Behandlungen müssen von den Eltern komplett selbst bezahlt werden.

Bei der ersten Untersuchung wird festgestellt, ob die Behandlung von der Krankenkasse bezahlt wird.

Um eine moderne, komfortable und schonende kieferorthopädische Behandlung zu erhalten, macht es Sinn, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene, frühzeitig eine ZahnZusatzVersicherung abzuschliessen bei welcher kieferorthopädische Leistungen im Tarif enthalten sind. Damit ermöglichen Sie Ihrem Kind oder sich selbst eine schonende und zeitgemäße kieferorthopädische Behandlung. Hierüber beraten wir Sie gerne.

Bei der Behandlungsplanung wird auch über Ihre persönlichen Wünsche der Behandlungsqualität, der bestmöglichen Behandlungsmethoden, über moderne, ästhetische und komfortable Materialien gesprochen sowie über die Höhe der anfallenden Kosten.

Patienten ab dem 18. Lebensjahr

Erwachsene Patienten haben seit 1993 grundsätzlich keinen Anspruch mehr auf Kostenübernahme seitens der gesetzlichen Krankenversicherung. Dies bedeutet, dass die Therapie von Patienten die das 18. Lebensjahr vollendet haben, trotz bestehender medizinischer Behandlungsnotwendigkeit, nicht mehr zur vertragszahnärztlichen Versorgung zählt.

Eine Ausnahme stellen nur Patienten mit einer schweren Kieferanomalie dar, die einer kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Kombinationstherapie bedürfen, d.h. deren Fehlbiss so gravierend ist, dass eine Operation der Kiefer zusätzlich zur Zahnspange erforderlich ist. Mehr Informationen finden Sie unter dem Punkt Behandlung - Erwachsene - kieferorthopädische-kieferchirurgische Kombinationstherapie.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nur, wenn eine kombinierte kieferorthopädische-kieferchirurgische Korrektur (Operation der Kiefer) notwendig ist und ein bestimmter Schweregrad vorliegt.

Behandlungstipps

Die ersten Tage nach dem Einsetzen einer Behandlungsapparatur
Der menschliche Körper muss sich grundsätzlich an alle Veränderungen – insbesondere im Mund – erst einmal gewöhnen. Er reagiert mit erhöhtem Speichelfluss, Sprachbeeinträchtigung, Druck auf den Zähnen und deren Empfindlichkeit. Die Weichteile (Zunge, Zahnfleisch, Lippen, Innenseite der Wangen) sind gereizt. Doch spätestens nach einer Woche haben sich die Patienten in der Regel an diese Veränderungen gewöhnt.

Sollten nach einer angemessenen Eingewöhnungsphase immer noch Probleme mit der Apparatur bestehen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf.

Grundsätzlich gilt:
Sollten Probleme mit der Apparatur auftreten, sollte umgehend der Kieferorthopäde aufgesucht werden. Die folgenden Tipps sind lediglich als schnelle Hilfe zur Überbrückung gedacht.

Störendes Drahtende

Das Drahtende mit dem mitgegebenen Schutzwachs versorgen.

Umgehende Kontaktaufnahme mit dem Kieferorthopäden ist erforderlich.

Loses Bracket

Das Bracket einfach da lassen wo es ist und sobald wie möglich zum Kieferorthopäden gehen.

Umgehende Kontaktaufnahme mit dem Kieferorthopäden ist erforderlich.

Bruch einer abnehmbaren Apparatur

Passt die Apparatur trotz der Bruchstelle, kann diese soweit wie möglich weitergetragen werden, jedoch sollte schnellstmöglich ein Termin beim Kieferorthopäden vereinbart werden.

Umgehende Kontaktaufnahme mit dem Kieferorthopäden ist erforderlich.

Wunde Stellen

Den Mund mit Mundspüllösung spülen. Störende Stellen erst mit einem Wattestäbchen trocknen, dann mit Schutzwachs abpolstern und evtl. nachts mit Watteröllchen versorgen.

Umgehende Kontaktaufnahme mit dem Kieferorthopäden ist erforderlich.

Loses Band (Metallring)

Handelt es sich um ein Band an dem keine Apparatur befestigt ist, können Sie versuchen, das lose Band zu entfernen. Handelt es sich um ein Band mit befestigter Apparatur, diese zurück auf den Zahn schieben.

Umgehende Kontaktaufnahme mit dem Kieferorthopäden ist erforderlich.